Definition der angewandten körper- und bindungsorientierten Kern-Ethik von Angelina P. Kreupl

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Die in jedem Menschen in der Biologie angelegte Kern-Ethik ist der tiefste innere Kompass in den Körperzellen.
Der evolutionäre Kern-Ethik-Kompass ist vergleichbar mit einem Bullshit-Detektor.
Er liegt tiefer als die Gedanken, Gefühle und tiefer als der Instinkt mit seinem Kampf-, Flucht-, Erstarrungsmodus.
Die tiefste Ebene sind unsere Körperzellen und der Raum zwischen den Zellen.

Es ist eine biologische innere Instanz.

Sie kann nicht durch Emotionen wie Angst und Panik etc. erschüttert werden.
Diese innere Ruhe ist eine innere Präsenz von Stille und Klarheit, die sich auch bei großer Gefahr einstellen kann.
Die Kern-Ethik ist eine innere Instanz für Raum. Eine Instanz, die mit jedem Zellkern in unserem Körper verbunden ist.
Der Kern-Ethik-Kompass wird von den Menschen als körperliche, innere Gewißheit erfahren.
Es ist der persönliche "Wahrheitspunkt", aus dem jeder Mensch ehrlich sprechen und handeln kann.

Der Kern-Ethik-Kompass ist unmanipulierbar und unkorrumpierbar:
Diese Instanz kann weder von uns selbst noch von anderen als Objekt benutzt oder ausgebeutet werden. 
Meiner Forschung nach zieht sich diese innere Instanz in uns sofort zurück, wenn sie zum Objekt gemacht wird. (Unverfügbarkeit siehe Buchempfehlung Hartmut Rosa)
Diese Instanz öffnet sich nur, wenn sie subjektiv gemeint ist.

Unsere innere Kern-Instanz dient allen Menschen als biologisches Schutzsystem und ist in der ursprünglichen und ehrlichen inneren Körper-Natur verankert. Die Kern-Instanz verbindet uns mit unserer Demut vor unserer Körperlichkeit und somit mit unserer Verletzlichkeit und Sterblichkeit. Das öffnet den Raum für unsere innere (wahre) Größe und Schönheit. Ein Ethik-Kompass der Menschlichkeit, der uns bei der Kern-Sanierung unserer Gesellschaft und der Welt unterstützt.

Buchempfehlung zur Ergänzung: Hartmut Rosa "Unverfügbarkeit" - Suhrkampverlag: Das zentrale Bestreben der Moderne gilt der Vergrößerung der eigenen Reichweite, des Zugriffs auf die Welt: Diese verfügbare Welt ist jedoch, so Hartmut Rosas brisante These, eine verstummte, mit ihr gibt es keinen Dialog mehr. Gegen diese Fortschreitende Entfremdung zwischen Mensch und Welt setzt Rosa die "Resonanz", als klingende, unberechenbare Beziehung mit einer nicht-verfügbaren Welt. Zur Resonanz kommt es, wenn wir uns auf Fremdes, Irritierendes einlassen, auf all das, was sich außerhalb unserer kontrollierenden Reichweite befindet. Das Ergebnis dieses Prozesses lässt sich nicht vorhersagen oder planen, daher eigent dem Ereignis der Resonanz immer auch ein Moment der Unverfügbarkeit.