Kern-Manifest zum Jubiläum: 30 Jahre Selbständigkeit     
 

Kolleginnen baten mich darum, meine  Forschungen zur säkularen, körperorientierten Kern-Ethik möglichst vielen Menschen zu vermitteln und damit "Qualitätssicherung" für Menschen, die mit Menschen arbeiten

und für alle im täglichen Miteinander zu ermöglichen. 

 

Diese Qualitätssicherung/Kern-Ethik ist dringend notwendig,

da die meisten Menschen in unserer Kultur kein Bewusstsein über individuelles Trauma,

Bindungs- und kollektive Traumata haben. Dies ist vergleichbar mit einem "blinder Fleck", der unbewusst auf uns einwirkt:

auf unser gesnamtes Leben, unsere Gesundheit, unsere Bindungs- und Beziehungs- und Liebesfähigkeit.

Im Grunde die Ursache allen Leidens der Menschen, Tiere und der gesamten Erde.

 

Wenn wir eine stabile Welt-Gemeinschaft wollen, die sich verbindet,

statt sich weiter zu spalten,

benötigen wir den Blick und das Bewusstsein über die Möglichkeit von kollektiver Trauma-Heilung

und die Verankerung einer körper- und bindungsorientierten Kern-Ethik. Das bedeutet, nicht nur über Ethik zu sprechen, sondern sie zu "verkörpern" und im täglichen Alltag des "Mensch-Seins" zu leben.

Dieses Manifest widme ich allen Menschen, Kindern und Jugendlichen, um die Vision einer lebenswerten Zukunft zu ermöglichen, frei von Angst, Not und Kriegen.

Es ist möglich, wenn wir uns den blinden Flecken stellen und uns mit Themen konfrontieren, denen wir ausweichen.

 

Kern-Manifest:

In den letzten Jahrzehnten begleitete ich viele Menschen, die Re-traumatisierungen durch Berührung z.B. bei der Massage, in der Physiotherapie, im Yoga, im Musik- und Gesangsunterricht oder bei anderen körperorientierten Methoden erlebt haben.

Re-traumatisierungen können ebenso beim  Sprechen über Trauma auftreten: z.B. bei einer Anamnese beim Arzt, bei Psychologen, Heilpraktikern, Homöopathen, Pädagogen,
Sozialbegleitern, bei Beratungen in der Apotheke, bei der Begleitung um die Geburt, auch von Hebammen,
bei Gerichtsverhandlungen, mit Anwälten, auf Ämtern, bei Interviews von Journalisten,
bei Fernseh- und Kinofilmen, die heftige Szenen und Krankheitsbilder zeigen,
durch allgemeine emotionale Panikmache in manchen Medien und Übermittlung von beängstigenden Nachrichten.
Jeder MENSCH kann ehrlich aus der Kern-Präsenz sprechen lernen, besonders Nachrichtensprecher/ Politiker etc. könnten somit die Massen beruhigen, regulieren und damit wieder gesunde Verbindungen aufbauen.
                   
Trauma und Re-Traumatisierungen geschehen durch operative oder invasive Eingriffe (Zahnarzt etc.),

in der Notaufnahme, bei langen Klinikaufenthalten, sowie nach kleineren Unfällen,oder Stürzen.

Viele Menschen bemerken dies nicht sofort, sondern erst Jahre später, wenn der Körper Symptome macht.

 

 

Die internationale Traumaforschung belegt, dass jede Krankheit, ob seelisch oder körperlich,

die Folge einer nicht regulierten traumatischen Erfahrung ist:

 Diese können vorgeburtlich, geburtlich, in Säuglings-, Kinder- und Jugendzeit, im Familiensystem,

durch Trennungen oder Beziehungs- und Bindungstrauma allgemein ausgelöst worden sein.

 

 

Re-Traumatisierungen können ebenso durch intensive Atemübungen stattfinden,

sowie stark kathartische Körperübungen zum Thema Wut, Aggression etc.,

oder zu viele und starke Reize bei Klängen, Trommeln, Trompeten etc.

sogar Mantra-Singen bringt viele Gruppen zum "Abheben"

und sich vom Körper abspalten,

vor allem wenn die Gruppenleiter nicht im Kern verankert und geerdet sind.

 

Langjährige Frustration, sowie Sinnlosigkeit in beruflicher Tätigkeit,

Bashing/Mobbing, Bodyshaming, gesellschaftliche, soziale Ausgrenzung,

fehlender Zugang zu sexueller Erfüllung oder Ekstase und Körper-Glück

können auch zu Erstarrungen im Körper

oder Re-Traumatisierungen führen

und somit auf lange Sicht zu psychischen oder physischen Erkrankungen.

 

Es gehört zur Entwicklung der Menschheit, dass wir sicherer Räume brauchen, in denen wir körperliche Ekstase zulassen können. Es ist eine Art Psychohygiene, die auch z.B. durch Tanz, Musik und Gesang erzeugt werden kann.

(Ohne Alkohol und Drogen - unser Körper kann dies selbst herstellen :-)

 

 

Zu Re-Traumatisierungen kann es auch durch Zwänge in der Ernährung, ständige Verbote und Härte gegen sich selbst und  häufiges Heilfasten kommen.

Bei Menschen, die inner-seelisch ungenährt und traumatisiert sind,

kann längeres Fasten süchtig machen.

"Eisbäder" können Menschen, die tief erstarrt sind, noch mehr in die Abspaltung vom Körper führen.


Der exzessive Konsum von und die Sucht nach "unbeseeltem" Sex und pornographischen Filmen etc. sind

ebenso verzweifelte Versuche sich zu regulieren.

Wenn wir unseren Körper als "Objekt" benutzen, erzeugen wir noch mehr Spaltung und

Süchte/Drogen-Schleifen im Gehirn.

(neueste Forschungen über Trauma zeigen, dass Trauma-Wiederholungen "süchtig" machen, da der Körper Stoffe/Drogen produziert, um den Schmerz zu stillen.

 

Die "Dosis" an Essen oder Hungern, nach Extrem-Sport, nach Alkohol, nach Selbstverletzung, nach Sex...etc.

muss sozusagen immer stärker werden, damit sie wirkt.)

 

Die Sucht nach Leiden und das wiederholte Erzeugen von Leiden

und emotionalen Flahbacks, die Menschen unterbewusst immer wieder kreieren,

ist ein Hinweis auf Abspaltung durch Trauma.

 

Viele Menschen kamen nach patriachal orientiertem Familienstellen zu mir,

das zu viel zu schnell und zu bald Traumamaterial sichtbar macht. Der Körper

und das Nervensystem können das "Material" nicht regulieren.

Auch die sog. "Chakren" zu öffnen oder Menschen mit "früheren Leben" in Kontakt zu bringen,

kann eine völlige Überflutung und Überforderung auslösen.

 

Ein weiterer Punkt:

Es kann Menschen "süchtig" machen, sich beim Meditieren oder Atmen etc.vom Körper abzuspalten.

Menschen können lernen, wie sich eine regulierte, d.h. lebendige Entspannungsphase

vom sogenannten "Totstellreflex" unterscheidet.

 

Ebenso fehlen die Grundlagen der körper- und bindungsorientierten Traumaheilung bei "Lichtarbeiter"-Gruppen, spirituellen Lehrerern und Gurus, die davon ausgehen, dass ihre Schüler Zugang zum inneren Kern haben.

(Mehr Hintergründe siehe Blog-Artikel Trickster-Archetyp.)

 

Ein konkretes Beispiel:

in sogenannten "schamanischen Heilkreisen" musste eine Frau, um die Mißbrauchserfahrung in der Kindheit zu heilen,

sich in die Mitte einer Gruppe legen und wurde von einem Schamanen mit Gebeten geheilt.

Allein das Hinlegen ist zutiefst re-traumatisierend für die Frau gewesen, jedoch hat sie es nicht bemerkt.

 

 

Das ist das größte Problem bei traumatischen Erfahrungen, dass Betroffene es nicht bemerken und sich einreden, bzw. ihnen eingeredet wird, dass dies "Traumaheilung" ist. Wenn "es" nicht funktioniert, werden Scham und Schuld über die eigene Situation oft noch größer.

 

 

Der Marktplatz der Selbstheilungsangebote boomt und es gibt leider keine "Qualitätssicherung" oder übergeordnete "Ethik".

Es ist im Grunde einfach, die zielorientierten, puschenden Methoden die Menschen

noch mehr unter Druck setzen herauszufiltern:

Es gibt starre Konzepte, wie z.B.  "Übungen" die meist nur im Kopf stattfinden.

Oft wachen diese Menschen erst auf, wenn sie "zusammenbrechen".

 

 Es ist erschreckend, doch Realität:

Im Jahre 2019 werden immer noch Bücher zu Bestsellern, die jungen Eltern raten,

ihren Babys das "Einschlafen" per Zwang zu lernen,

anstatt die Eltern darüber aufzuklären,

dass schreiende Babys sich nicht regulieren können und Körper-Kontakt brauchen.

(erst ab dem 6. (!!!)  Lebensjahr lernt ein Kind, sich selbst zu beruhigen.)

Wenn Babys und kleine Kinder die Berührung und sichere Bindung zur Selbstregulation

im Nervensystem nicht bekommen,

dann "frieren sie ein",

d.h. sie erstarren ganz tief im Körper und sind nicht mehr in Ver-Bindung.

Sie sind dissoziiert und abgespalten und das ist - wie die Traumaforschung belegt -

die Basis von allen Autoaggressionserkrankungen.

Dies ist nachweislich die tiefere Ursache aller Bindungs- und Beziehungsprobleme,

die sich in unserer Kultur vermehrt zeigen.

Wir vermeiden es, in "Fühlung" mit unserem Körper zu gehen.

 

 

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Trauma ist ein unverbundener Zustand: innen und außen abgeschnitten vom Wesentlichen.

Wir sind nicht mehr mit unserem Kern verbunden und nicht mehr mit der realen Welt und realen Menschen.

Das ist in Zeiten, in der die virtuelle Welt und künstliche Intelligenz gepuscht werden, ein wachsendes Problem.

Lesen Sie dazu unter Methode den Link "KI und KI - künstliche Intelligenz braucht als Gegenpol Körper-intelligenz."

 

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Deshalb ist es notwendig, dass wir unseren Kindern und Jugendlichen in der Schule und in allen pädagogischen Einrichtungen die Möglichkeit für Kern-Verkörperung und einer neuen Art des Lernens und des "begleitet werdens", ermöglichen.

Die Schule soll ein unterstützender und ganzheitlicher Ort des Friedens werden,

wenn Pädagogen etc. den Körper und seine Bedürfnisse und Fähigkeiten mit einbeziehen.

Damit Kinder und Jugendliche und vor allem ihre Eltern die Kindheit und Jugend als Lebensressource und Selbstbemächtigung für ein erfülltes Leben verstehen.

Dazu gehört auch das Körper-Kern-Glück, das im Inneren entsteht und jederzeit aktiviert werden kann.

Dies hält uns gesund und bindungs- beziehungsfähig.

(Anmerkung: Studien von Attentätern wie z.B. Breivik zeigen, dass er viele Monate vor dem Attentat keine körperliche Nähe/Berührung zugelassen hat. Alle Täterstudien weisen auf die Entkernung und Abspaltung vom Körper hin.

Mehr dazu unter dem Link "Gruppenarbeit und Trauma".)

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Das Anliegen von IM KERN GESUND ist es, dass alle Menschen wieder in  Kontakt mit ihrer inneren Natur kommen,

ein Gespür für ihren inneren Körper-Raum

und ihre Grenzen bekommen

und sich wieder für gesunde Gemeinschaften öffnen können.

 

Gemeinschaften, die frei sind von jeglicher Religion,

Dogmen und Weltanschauungen,

frei von jeglichem spirituellen Überbau,

frei von Zielfokussierung

und frei von Konkurrenz und Perfektion,

frei vom Selbstoptimierungswahn und vom Kreisen um sich selbst.

 

 

Wir brauchen Räume und Gemeinschaften, in denen jeder Mensch aus dem Kern

ehrlich sprechen kann,

ohne Angst vor Ausgrenzung, Mobbing, Bewertung etc. zu haben.

 Erst wenn das Thema Bindung- und Beziehung und ehrliche Kommunikation im Umgang mit allen Menschen -

(vor allem Menschen, die nicht der eigenen "Blase" und Weltanschauung entsprechen,

Menschen, die uns irritieren, die nicht unserer Meinung sind)

ganz oben auf der Agenda steht, wird sich wirklich etwas transformieren.

 Es beginnt immer bei uns selbst, ob wir den "Wandel" verkörpern, den wir uns oft im Außen wünschen.

Wir können unsere Themen nicht über Angst- und Panikmache bewältigen,

sondern nur mit einem "ruhigen Gehirn"  - wir haben ein soziales Gehirn und Nervensystem, das sich nur in stabilen, sicheren Gemeinschaften und in Verbundenheit reguliert.

 

 

Trauma (das Drama und Leiden unserer äußeren Welt) wird sich so lange wiederholen,

bis wir wieder im Kern unserer Lebenskraft, der inneren Verbindung und ehrlichen Kommunikation angekommen sind. 

 Von dem Punkt aus beginnt unsere persönliche und somit die kollektive "Heilung".

(siehe Blog-Artikel www.imkerngesund.com/Blog - "Trickster-Archetypen".)

 Dann werden sich alle Themen und Probleme von innen nach außen lösen,

denn wir sind wieder in Kontakt mit unserer archaischen Weisheits-Natur:

wir werden zu offenen und wachen Menschen, die bindungs- und gemeinschaftsfähig sind.

 

Wir werden von innen heraus denken, mit dem ganzen Körper und seiner Weisheit.

Wir sind in Kontakt mit unserer Kern-Präsenz

und verkörpern die innerste "Kern-Ethik" unseres Mensch-Seins,

unserer Verletzlichkeit.

Und können aushalten  "Nichts zu Wissen".

Das öffnet den Raum für bisher Ungeahntes, neue Pfade werden gelegt und neue Handlungen ermöglicht.

 

Aus ganzem Herzen setze ich mich dafür ein, dass die Grundlagen der Gesundheitsentwicklung und körper- und bindungsorientierte Transformation von Trauma allen Menschen zur Verfügung steht.

 

Zum Schluß ein paar persönliche Worte:

Dieses Manifest kam auf Wunsch von vielen Menschen zustande, die mich darum baten. Ich möchte mich damit nicht erhöhen oder über die anderen KollegInnen stellen, denn ich habe selbst sehr viele "Fehler gemacht", Worte gesprochen, Übungen etc. ausgeführt, die Menschen verletzt haben könnten. Damit möchte ich mich auch bei allen früheren Teilnehmern an Seminaren, Klienten etc. entschuldigen. Das betrifft die Jahre 1989 bis 2015 in denen ich die körper- und bindungsorientierte Kern-Ethik
noch nicht in meinen Seminaren und Einzelsitzungenm so konsequent und ehrlich angewandt habe. Es ist weiterhin ein täglicher Lernprozess ehrlich zu kommunizieren und zu konfrontieren, ohne Menschen zu verletzen.

Wenn es gelingt, entsteht ein weiter Raum und eine tiefere Verbundenheit.

In Dankbarkeit für diese Erfahrungen, Ihre Angelina Petra Kreupl im Mai 2019

 

Wenn Sie sich dafür engagieren wollen, dass alle Menschen vom unverletzbaren Kern erfahren und das Kern-Projekt unterstützen wollen, dann melden Sie sich bitte gerne unter Kontakt!