Die Trickster-Spiele & das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom in der Politik oder "Weshalb ich mich nicht mehr ärgere."

Weshalb ich mich nicht mehr ärgere, liebe Leserin, lieber Leser!

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Wir brauchen eine heilsame Vision oder "Treiben wir wirklich auf eine Katastrophe zu?"

Illustration: Marie Doerfler
Illustration: Marie Doerfler

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

herzlich Willkommen zu meinem ersten Artikel, zu dem mich das wunderbare Galore-Interview mit dem Philosophen Richard David Precht inspiriert hat. Zuerst die Frage: Weshalb müssen überall Schlagzeilen auf die Titelseite, die unterbewusst Ängste schüren, sogar bei einem so anspruchsvollen Magazin wie Galore?

Katastrophen-Schlagzeilen heizen Emotionen an und steigern die

Verkaufszahlen. Sie bedienen die Sucht nach Drama und emotionalen

Aufregern in unserer Mediengesellschaft, die auf das laute Geschrei hört,

statt auf die leisen Töne. Es ist bekannt, dass starke Gefühle & Emotionen

klares und reflektiertes Denken unmöglich machen. 

Katastrophenüberschriften auf Zeitschriften wie diesen könnten aber auch zum Aufwachen führen und Mut machen, sich gesellschaftlich klar zu positionieren. Die Betonung liegt auf "Könnten". Bei mir hat sich dies auf jeden Fall ausgewirkt, deshalb schreibe ich jetzt einen Brief an Herrn Precht.

Übrigens finden Sie den link zum gesamten Interview ganz unten.

 

 

Sehr geehrter Herr Precht,

 

wunderbar, dass Sie als Philosoph Menschen begeistern können und wertvolle Denk- und Handlungsimpulse geben. Gerne würde ich mich mit Ihnen persönlich austauschen. Sie sind seit Jahren als Bestseller-Autor in den Medien präsent, sei es mit Statements zu Massentierhaltungen, zur Schulbildung oder zur Macht von Konzernen. Sie weisen mutig auf die Gefährdung des sozialen Friedens hin, wenn immer mehr Menschen arbeitslos werden und sich die Reichen sich immer mehr auf Kosten von anderen bereichern. Sie gehen davon aus, dass das bedingungslose Grundeinkommen eine Möglichkeit wäre, den sozialen Frieden zu bewahren, und sprechen davon so selbstverständlich, als ständen wir kurz davor, obwohl es sehr viel Gegenwind gibt. Sie zeigen sich damit einverstanden, auf Ihr Kindergeld zu verzichten und regen an, das Kindergeld Menschen zu gewähren, die es wirklich brauchen. Da bin ich in allen Punkten ganz bei Ihnen.

 

 

 

 

Ich freue mich sehr darüber,  dass Sie so mutig sind, die Universitäten mit ihrem Standesdünkel zu hinterfragen. Im Interview kritisieren Sie, dass es im Computerzeitalter so wesentlich geworden ist, um Zahlen und Datenkataloge zu kreisen. Doch bringen Daten keine Lösungen. Ich zitiere Sie: " Seit wir Computer haben, messen wir nur noch. Am Ende kommt ein dicker Zahlenkatalog heraus, der schon ein halbes Jahr später wieder veraltet ist. Diese Empirifizierung hat den Intellektuellen die Zähne gezogen." Ihnen geht es darum, dass die Universitäten sich in die Gesellschaft einbringen und dass viel mehr Professoren sich gesellschaftlich engagieren sollten bzw. dies lernen sollen, da sie es nicht mehr können.

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